Die FuN Idee

Das FuN-Programm ist ein präventiv wirkendes Familienbildungsprogramm zur Förderung der Elternkompetenz. Durch das Programm wird ein gemeinsamer Lern- und Erfahrungsort für Eltern mit ihren Kindern geschaffen. Ein Programm, das Spass (=englisch: fun) macht und das Familien hilft. Als Kürzel steht FuN für "Famlie und Nachbarschaft". Es geht um die Stärkung des inneren Zusammenhalts der Familie und die Stärkung der Familie in ihrem sozialen Umfeld.

FuN ist ein kurzweiliges Programm: es lebt von schnellen Wechseln und von Wiederholungen beim nächsten Mal. Acht Wochen lang treffen sich die Familien im wöchentlichen Rhythmus und von mal zu mal lernen sie mehr voneinander und durch die Struktur des Programms. FuN spricht besonders die Eltern an und bestärkt sie in ihrer Bedeutung für das Familienleben: die Eltern erklären ihren Kindern die Spielregeln, geben kleine Aufträge an die Kinder weiter und sorgen dafür, dass alle mitmachen; bei diesen Aufgaben werden sie von den Teamern durch intensives Coaching unterstützt. Diese Erfahrungen stärken die innere Struktur der Familie. Hinzu kommen die Eindrücke, die die Familien von den anderen Familien haben und der Austausch von Erfahrungen. Die Familien lernen: "Familienleben ist nicht leicht!", "Nicht nur wir haben unsere Schwierigkeiten damit!" und "Wir können viel voneinander lernen!" Dies stärkt die Nachbarschaft, die Stellung der Familie im sozialen Umfeld und den Kontakt und die Beziehungen zu anderen Familien.


Literaturhinweis:

Eine ausführliche Beschreibung des Programms und seines theoretischen Hintergrunds können Sie nachlesen bei:
Tschöpe-Scheffler, Konzepte der Elternbildung - eine kritische Übersicht
Verlag Barbara Budrich 2006
ISBN 10: 3-86649-046-1 und ISBN 13: 978-3-86649-046-8

Die FuN Zielgruppe

Das Programm FuN setzt auf konkrete Erfahrungen von Eltern und Kindern und nicht so sehr auf die sprachliche Verarbeitung und Vermittlung. FuN erreicht damit auch Familien, die eher durch neue Erfahrungen als durch gedankliche und sprachliche Auseinandersetzung lernen. Neben der gleichzeitigen Ansprache von Eltern und Kindern liegt hier der zweite große Unterschied zu anderen Familienprogrammen. FuN spricht Familien unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Status an. Die ausgewählten Familien mit Unterstützungsbedarf werden persönlich eingeladen und speziell zur Teilnahme motiviert. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Familien bereitwillig dieser Einladung folgen und gerne am Programm teilnehmen.

Die starke Orientierung an konkreten Erfahrungen bietet insbesondere Familien mit Migrationshintergrund und anderen sozialkulturellen Unterschieden die Chance, sich mit ihren eigenen Erfahrungen und deren Hintergründen an dem Programm zu beteiligen. Für diese Familien entwickelt FuN nach den bisherigen Erfahrungen ein enormes Mass an Integrationskraft. Auch in Wohngebieten mit einem großen Anteil sozialbenachteiligter Familien eignet sich FuN als eine Form der Elternarbeit von Kindertageseinrichtungen gut.

Kooperationsmodell

FuN - ein Modell zur Kooperation und Vernetzung familienbezogener Arbeit im Stadtteil


Die Teams, die das FuN-Familienprogramm anbieten, sind multiprofessionell zusammengesetzt. Eine Erzieherin oder Sozialpädagogin aus der Tagesstätte, in der die Kinder sind, deren Eltern für das Programm geworben werden sollen, arbeitet mit einer/m KollegIn aus einer familienbezogenen Einrichtung im Stadtteil, z. B. einer Familienbildungs- oder –beratungsstelle und wünschenswerterweise mit  einer/m Kollegin aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes.

Auf diese Weise verbinden und vermischen sich die Kompetenzen, die die TeamerInnen für die gemeinsame Arbeit mitbringen: die Informationen und Fähigkeiten, mit Kindern zu arbeiten, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und sie zu unterstützen; das Wissen und die Kompetenzen, sich in Eltern hineinversetzen zu können und sie verstehen zu können; das Wissen um Ursachen von Krisen und die Möglichkeit, unterstützende Maßnahmen zur Krisenbewältigung anbieten zu können. FuN-TeamerInnen lernen voneinander und entwickeln ihre Kompetenzen so ständig weiter. Die Kooperation im Team funktioniert auch als Modell für die Zusammenarbeit der Institutionen.

Das FuN-Programm ist entwickelt worden mit dem spezifischen Ziel, Familien mit unterschiedlichsten Bildungs-und Kulturgeschichten anzusprechen. Das Konzept und die Methodik ist ganz auf diese Zielsetzung abgestimmt. FuN unterscheidet sich darin von vielen anderen Elternprogrammen, die diese Familien gar nicht oder nur schwer erreichen.

Aus der Sicht der teilnehmenden Familien bietet diese Kooperation den Vorteil, die unterstützenden Hilfen verschiedener Einrichtungen sehr niedrigschwellig vermittelt zu bekommen. Der direkte Kontakt zur Kollegin aus der Familienberatungsstelle oder zum Kollegen aus dem ASD erleichtert den Zugang beim nächsten Mal. Die bisher anonymen Institutionen bekommen konkrete persönliche Gesichter und vormals feste Vorurteilsstrukturen werden infrage gestellt. Das FuN-Programm ist hier ein Baustein zur Entwicklung von pädagogischen Einrichtungen für Kinder hin zu Familien- und Nachbarschaftszentren.

In der auf die Programmphase folgende Selbstorganisationsphase werden die Selbsthilfepotentiale der Familien gefördert und gefordert. Als Familienselbsthilfegruppe oder als selbstorganisierter Familienkreis sind weitere Projekte vorstellbar, die sich auf das soziale Leben im Stadtteil positiv auswirken können. In Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Mitbürgern aus anderen Kulturen wird die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, Kulturvereinen und anderen Einrichtungen mit integrativen Konzepten angestrebt.

Mit der Zielsetzung der Verbesserung und Verbreiterung von Elternarbeit bezieht sich das Programm FuN-Familie und Nachbarschaft auf Kindertagesstätten und Schulen und andere Einrichtungen, die mit Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren arbeiten.

Für die Arbeit mit Familien mit Kindern anderer Altersstufen liegen inzwischen gut erprobte Weiterentwicklungen des Programms vor. 

FuN- Baby – FuN-Kleinkind – FuN für Fünfer – FuN Beruf-und Lebensplanung

Evaluation

Die Programmvariante FuN - Familie und Nachbarschaft ist durch Frau Prof. Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler, Fachhochschule Köln extern evaluiert. Die Ergebnisse bestätigen die Zielsetzung des Programms und sind in dem im August 2005 im Verlag Barbara Budrich erschienenen Buch "Konzepte der Elternbildung – eine kritische Übersicht", veröffentlicht.

Die Programmvariante FuN - Baby ist 2008 von der Landesvereinigung für Gesundheit e.V. in Hannover evaluiert worden. Auch hier liegt ein Evaluationsbericht vor.

Die Programmvariante FuN - Berufs- u. Lebensplanung wurde 2011/ 2012 durch ein Projekt von Prof. Dr. Karlheinz Thimm und Prof. Dr. Martina Stallmann von der Evangelischen Hochschule Berlin evaluiert.

·  Kurzbericht Prof. Dr. Thimm 
   "Eltern-Schule-Berufsorientierung - Wirkfaktoren und Gute Praxis" als pdf-Datei ...

·  Kurzbericht Prof. Dr. Stallmann 

"Evaluation von Kursen des Programms FuN – Berufs- und Lebensplanung - Kurzzusammenfassung der Ergebnisse" als pdf-Datei ...

Partner und Projekte

Niedersächsische Landesinitiative

die Initiative - Gesundheit - Bildung - Entwicklung

 Zur Website

 

FuN / ESF

Das FuN-Programm wurde im Auftrag des Landesinstituts für Qualifizierung NRW in Kooperation mit dem Institut praepaed entwickelt und erprobt und mit ESF- und Landesmitteln NRW gefördert.